Wegen seinem grossen Geschäftserfolg wurde Georg Hütterott von Kaiser Franz Joseph im Jahr 1898 mit dem Rittertitel für die Industrieverdienste ausgezeichnet. Im Jahr 1905 wurde er zum Mitglied des Kaisersenats ernannt und damit hat diese Familie den Höhepunkt ihres Ansehens erreicht. Als junger und erfolgreicher Händler, wurde er für seine Verdienste im Jahr 1879 der erste japanische Konsul in Europa. Der grosse Liebhaber des Meeres, Georg Hütterott besass die Yacht Tornato und kaufte im Jahr 1894 er ein Dampfsegelboot, die Yacht "Suzume" (japanisch=Spatz). Zusammen mit dem Erzherzog Karl Stefan wurde er der Pionier des Segelsportes in diesem Gebiet.
Georg Hütterott war von den Naturschönheiten dieses Gebietes begeistert. Da er die Erfolge einiger touristischen Ziele an der Adria wie Opatija und Brioni kannte, fing er an, die Realisierung eines richtigen touristischen Ortes zu planen.
In der Broschüre aus dem Jahr 1908 erklärte er seine Idee über einen Klima- Kurort, der nach dem Muster ähnlicher Objekte an der Küste Istriens gebaut werden sollte. Es wurde eine GmbH gegründet, die für die Finanzfragen zuständig wa . Das Projekt umfasste die Gebiete Monte Mulini, Montauro und Punta Corrente, wo die Wege, Alleen, Wiesen und Parks schon angelegt waren. Ausserdem war der Besitz mit einer 2 Meter hohen und 900 m langen Trockenmauer umgeben, die vom Eisentor bis zum Meer in Skaraba reichte. Er hatte vor, verschiedene Sportplätze, 3 Hotels und einen Badestrand an Stelle des alten Badestrandes Brunetti in der Lone-Bucht zu bauen. Das erste Hotel war an der letzten Stassenbiegung vor dem Park, und das andere direkt im Park an der Kreuzung Punta Corrente - Montauro, geplant. Das dritte sollte auf der Spitze direkt am Wasser, und viele Villen sollten den ganzen Hauptweg entlang gebaut werden.
Das Angebot für diesen Grundstückkauf von einer Million Kronen spricht für die Rentabilität dieses Projektes.Das Angebot wurde aber von Georg Hütterott im Jahr 1908 abgelehnt. Im Jahr 1918 interessierte sich, im Namen der Stadt Wien, auch ihr Bürgermeister, Dr. Weisskirchner für dieses Grundstück. Sein Interesse wurde geschürt durch das "kleine rote Büchlein", wie Marie Hütterott dieses Projekt gerne nannte. Aber nach mehreren Besprechungen wurde auch dieses Angebot abgelehnt .
Mit dem frühen Tod des Ritters Georg Hütterott im Jahr 1910., hörte der grösste Teil der angefangenen Arbeiten auf. Dieses Projekt hat aber viele Gedanken angeregt und der echten touristischen Entwicklung einen Impuls gegeben, besonders nach der Annahme des Statutes des Wirtenkonsortiums für Barbesitzer, Liqueurverkäufer und Hoteliers im Jahr 1911. Mit Hilfe der Witwe Hütterott wurde das Hotel "Adriatic" geöffnet und damit die Fundamente des modernen Tourismus gelegt. Mit diesem Projekt sollte Rovinj das Juwel des Georg Hütterott Projektes, "La costa del sole" (Sonnenküste) - wie er es gerne nannte- werden.Dieses leider unrealisierte Projekt hatte aber einen grossen Einfluss auf die gesellschaftlichen und ökonomischen Verhältnisse - eine höhere Beschäftigung der Bevölkerung, besonders der Frauen, traditionelles Gewerbe und Agrikultur wurden mit Gastgewerbe ersetzt.
Hier wird die touristische Orginalbroschüre in Deutscher Sprache, mit den topographischen Namen in Italienischer Sprache, vorgestellt. Die Broschüre wurde in Form eines Elaborates geschrieben, da sie Investoren anziehen sollte, und gleichzeitig sollte sie als touristisches Werbematerial dienen.
Heute stellt sie eine reizende, fast emphatische Beschreibung der Stadt und ihrer Umgebung vor, die uns in vergangene Zeiten der Dampf-und Segelschiffe, der grossen Kriegsschiffe und alten Züge zurück führt. Trotz grosser Forschritte in diesem Bereich, könnten ihre Fachinformationen über die Schönheiten, Angebote und Transportmittel auch heute, mit einigen Änderungen, gebraucht werden - die Luft, die noch immer erfüllt ist mit dem Klang der typischen Rovinjer Boote Batana, der Trabakul, Bracera und der Segel im Wind und mit dem Duft des Meersalzes und aromatischer Pflanzen, hat sich zum Glück bis heute nicht geändert.
Katarina Maric