FISCHERFESTE

Eine Rovinjer Eigenschaft zeigt uns die lebendige Volkstradition dieser Stadt, die den Besuchern laufend angeboten wird. Die romantische Atmosphäre der Altstadt und ihres malerischen Hafens errinnern uns an vergangene Zeiten. Die Fischerfeste, die während der Sommersaison in diesem Ambiente stattfinden, stellen die Ereignisse vergangener Zeiten dar, und die Rovinjer Bürger und Gäste werden Teilnehmer an einem Kunsthappening. Der ganze Hafen verwandelt sich in einen Schauplatz, wo man die Fischspezialitäten des gerade eingebrachten Fanges, die die Fischer aus eigenen Booten anbieten, kosten und bei Klängen der Rovinjer Volksmusik "bitinade" und Mandolinen geniessen kann. Diese Feste geben den gemeinsamen touristischen Angeboten Rovinjs, dieser Perle der Adria, ein besonderes Flair.

Dieses Jahr werden die "Fischerfeste" zweimal monatlich stattfinden, und zwar jeden zweiten Samstag, abends von 20:30 bis 24:00 Uhr. Daran nehmen die bekanntesten Rovinjer Sänger teil, die sich mit der reichhaltigen Rovinjer Musiktradition und ihrer Aufwertung beschäfitgen, so wie die Volksmusikgruppe "Batana", das Quartett "Le quatro colonne", das Trio "Biba,Vlado und Ricky", Sergio Preden-Gato und Mirko Cetinski.

Die Rovinjer sind wegen ihrer grossen Liebe zur Musik und zum Gesang bekannt. Man sagt, dass schon drei Rovinjer genügen, um den Eindruck eines Chores zu schaffen. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass man in dieser Stadt auf eine einzigartige, nur für Rovinj charakteristische Art, singt. "Bitinade" stellen die Vokalbegleitung (a capella) der "Bitinadoren" (ca. 10 Sänger) dar, die für den Solosänger einen harmonischen und rhythmischen Hintergund bilden.

Auf diese Weise konnten die Fischer ihre Netze reparieren und singen ohne Instrumente zu benutzen; einige hielten den Akkord und Rhythmus ("tan-tani") und andere imitierten und improvisierten mit der Stimme die Gitarre ("tin-tini"), die Kontramelodien und imitierten die Mandolinen und Geigen. Die Harmonie und den Rhythmus verstärkten die Bässe, die mit einem "won" einen Kontrabass imitierten. So wie der Rovinjer Dichter Giusto Curto schrieb: Es klingt bezaubernd, man denkt, dass man einem magischen Orchester ohne Dirigent zuhört ("..urchiestra magica sensa maiestro").

 

Riccardo Bosazzi